Alles zum Ausbruch des Wuhan-Coronavirus
Wie gefährlich ist das neue Coronavirus Sars-CoV-2? In der Schweiz gibt es den ersten Fall, müssen wir uns Sorgen machen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

1Afghanistan1Ägypten22Australien23Bahrain1Belgien78’064 2715 China18Deutschland691 4 Diamond P.1Finnland14 1 Frankreich13UK85 2 Hong Kong3Indien5Irak95 16 Iran2Israel326 11 Italien161 1 Japan1Kambod.11Kanada1Kroatien11Kuwait1Libanon10Macau22Malaysia1Nepal4Oman2Österreich3 1 Philippinen2Russland1Schweden91Singapur9Spanien1Sri Lanka1146 12 Südkorea31 1 Taiwan37Thailand57USA13VAE16Vietnam1Schweiz1Algerien
Weitere Länder
Brasilien
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81’000 bestätigte Fälle in
 40 Ländern  mit   2764 Toten.  
Stand 26.2.2020, Quelle: National Health Commission of China, WHO, Agenturen
Vergleich mit anderen Viren
Covid-19
8. Dez. 2019 bis ?
81’000
Bestätigte Fälle
2764
Tote
Sterblichkeitsrate
3.4%
Sars
Nov. 2002 bis Juli 2003
8098
Bestätigte Fälle
774
Tote
Sterblichkeitsrate
9.6%
Mers
Sept. 2012 bis ?
2494
Bestätigte Fälle
858
Tote
Sterblichkeitsrate
34.4%

Das neue Virus gehört zur Familie der Coronaviren, heisst Sars-CoV-2 und löst die Krankheit Covid-19 aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat seine Ausbreitung als globalen Notfall eingestuft. Mittlerweile gibt es in 40 Ländern über 81’000 bestätigte Fälle, 2764 Personen sind gestorben. Wahrscheinlich sind es noch sehr viel mehr. Modelle gehen von derzeit 400'000 bis 600'000 Infizierten aus. Mit Abstand am stärksten betroffen ist China, wo die Krankheit ausgebrochen ist. Auch in der Schweiz ist jetzt ein erster Fall bestätigt worden (Zum Liveticker).

1. Ist der Höhepunkt des Ausbruchs überstanden?

Ja und Nein. In China, wo die Krankheit ihren Ursprung nahm, hat die Epidemie nach Einschätzung der WHO bereits vor drei Wochen ihren Höhepunkt überschritten. Damals steckten sich täglich 4000 Personen an. Aktuell werden pro Tag noch einige Hundert Infektionen registriert – trotz der neuen Messmethode, welche die Zahlen vom 12. auf den 13. Februar sprunghaft ansteigen liess.

Seither zählen die chinesischen Behörden auch Erkrankte mit milderen Symptomen. Trotzdem registrieren sie immer weniger Menschen, die sich neu mit Sars-CoV-2 infizieren. Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen, die sich vom Virus erholen. Von den mittlerweile gut 81’000 Erkrankten weltweit sind knapp 30’000 inzwischen wieder geheilt, also fast ein Drittel.

Ein Grossteil der Genesenen befindet sich allerdings in China. In anderen Ländern hat sich die Krise zuletzt verschärft und der Höhepunkt dürfte noch nicht erreicht sein. Mittlerweile gibt es ausserhalb Chinas mehr als 2900 bestätigte Ansteckungsfälle und mindestens 40 Todesfälle in 39 Ländern.

Grösster Herd des Erregers ausserhalb Chinas ist Südkorea. In Europa ist Italien mit Abstand am stärksten betroffen. Die italienischen Behörden haben schon mindestens 326 Infizierte und elf Tote gemeldet – und das Virus breitet sich offenbar weiter aus: Zuerst gab es nur Fälle in Norditalien, jetzt wurde die erste Ansteckung in Sizilien bekannt, ganz im Süden des Landes.

Im Gegensatz zu China steigen im Rest der Welt die täglichen Infektionen mit dem Virus rasant. Vor allem in den letzten Tagen steckten sich immer mehr Menschen an. Alleine am 24. Februar gab es 371 neue Fälle.

2. Wie gefährlich ist die Krankheit?

Es gibt sehr viele verschiedene Coronaviren. Manche lösen harmlose Erkältungskrankheiten aus, andere sind für schwerere Krankheiten wie Sars oder Mers verantwortlich. Das neue Virus ist zu ungefähr 70 Prozent genetisch mit dem Sars-Virus verwandt, das in den Jahren 2002-03 insgesamt 774 Todesopfer forderte. Durch Covid-19 sind bislang bereits mehr Menschen gestorben, da es viel mehr Infektionen als damals gibt.

Vergleich mit anderen Viren
Covid-19
8. Dez. 2019 bis ?
81’000
Bestätigte Fälle
2764
Tote
Sterblichkeitsrate
3.4%
Sars
Nov. 2002 bis Juli 2003
8098
Bestätigte Fälle
774
Tote
Sterblichkeitsrate
9.6%
Mers
Sept. 2012 bis ?
2494
Bestätigte Fälle
858
Tote
Sterblichkeitsrate
34.4%

Dafür könnte die Sterblichkeitsrate des neuen Virus noch sinken, weil die Zahl der Infizierten proportional rascher steigt als diejenige der Toten. Bis jetzt sind 3,4 Prozent der Erkrankten gestorben – viel weniger als bei Sars und Mers. «Daten zeigen, dass ungefähr die Hälfte der Verstorbenen weitere Erkrankungen wie Diabetes oder einen hohen Blutdruck aufwiesen. Aber umgekehrt waren auch 30 Prozent bis 50 Prozent der Verstorbenen gesund. Das Sterblichkeitsrisiko steigt ab 65 Jahren stark an», sagt Manuel Battegay, Professor für Infektiologie an der Universität Basel.

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Mit aller Vorsicht scheint es tatsächlich so, dass Kinder kaum betroffen sind. «Eine Theorie ist, dass die Andockstellen in der Lunge für Sars-CoV-2 noch weniger ausgeprägt sind. Wir verstehen aber noch nicht, bei wem Sars-CoV-2 zu einer schweren Krankheit mit Lungenentzündung oder einem milden Verlauf führt», so Battegay.

Obwohl es viele milde Verläufe von Covid-19 gibt, bleibt die Gefährlichkeit des Virus dennoch hoch. Denn auch wenn die Sterblichkeit wegen der Anzahl leichter Fälle, die nicht bekannt wurden und als Dunkelziffer gelten, auf 1 Prozent sinken würde, ist diese deutlich höher als bei der Grippe mit 0,02 bis 0,4 Prozent. Influenzafälle gibt es pro Jahr weltweit bis zu 90 Millionen, dabei sterben 200'000 bis 650'000 Personen. Battegay sagt: «Wir können die Sterblichkeitsrate noch nicht einschätzen. Wir sehen leider auch, dass sich der Krankheitsverlauf von Covid-19 nach Tagen noch deutlich verschlechtern kann. Ich nehme an, dass die Sterblichkeitsrate um rund 1 Prozent zu liegen kommt, aber dies ist noch sehr spekulativ. Nebst der Sterblichkeit, führt das Virus bei einem relevanten Anteil von Patienten zur Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Betreuung, was die Ernsthaftigkeit unterstreicht.»

Die Mehrheit der Infektionen nimmt zwar einen recht milden Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Allerdings kommt es etwa bei einem Fünftel der Fälle zu Komplikationen.

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Laut WHO-Experte Michael Ryan kann auch ein «verhältnismässig wenig aggressives Virus grosse Schäden anrichten, wenn sich viele Menschen anstecken». Und Infektionsmediziner Jeremy Farrar sagt: «Wenn sich der Ausbruch weiter ausbreitet, könnten die Folgen für die reicheren Länder tief greifend sein, für die ärmeren Staaten aber verheerend.»

3. Wie ansteckend ist das Virus?

«Was wir gerade sehen, ist beispiellos. Ich weiss von keinem Ausbruch in den letzten 100 Jahren, der sich so schnell so weit ausgebreitet hat, der so herausfordernd war», sagt Infektionsmediziner Jeremy Farrar. Die Ansteckungsgefahr eines Virus wird durch den sogenannten R0-Wert bestimmt, der angibt, wie viele ­weitere Menschen ein einzelner Infizierter ansteckt. Der R0-Wert ist nicht einfach zu berechnen, speziell in einer frühen Phase einer Epidemie. Verschiedene Forscher, unter anderen der WHO, schätzen den Wert beim neuen Coronavirus auf 1,4 bis 5,47.

Wahrscheinlich ist aber, dass er etwa bei 2,2 liegt, wie es der Schweizer Epidemiologe Christian Althaus der Universität Bern vermutet. Seine Studie deckt sich mit dem Resultat einer aktuellen Erhebung aus China. Durch die Situation des Kreuzfahrtschiffs Diamond Princess vor Japan, wo sich über 20 Prozent der über 3000 Passagiere angesteckt haben, wissen wir: Bei der Grippe ist es eine Person, die durchschnittlich 1,2–1,6 weitere Menschen ansteckt, bei diesem neuen Coronavirus sind es über zwei.

Damit wäre das neue Coronavirus etwa gleich ansteckend wie Sars oder die Spanische Grippe vor 100 Jahren – und deutlich ansteckender als die saisonale Grippe. Solange der R0-Wert des neuen Coronavirus grösser als 1 ist, kann sich das Virus weiter von Mensch zu Mensch ausbreiten. In China haben sich schon mehr als 2000 medizinische Helfer wie Ärzte und Pflegekräfte angesteckt.

Ansteckungsgefahr bei Infektionskrankheiten
R0-Wert: So viele Menschen steckt ein einzelner Erkrankter an.
Quelle: WHO, verschiedene Studien, National Health Commission of China

Der R0-Wert beschreibt die potenzielle Ansteckungsgefahr. Wie viele Menschen sich tatsächlich anstecken, ist von den Umständen abhängig und kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Deshalb wird der Wert meist mit einer Spannweite angegeben. Es ist entscheidend, wie eng Menschen zusammenleben, wie anfällig eine Bevölkerungsgruppe auf eine bestimmte Krankheit ist und wie gut das Gesundheitssystem funktioniert.

So ist das neue Coronavirus ansteckender als die saisonale Grippe, an der jährlich Millionen erkranken. Bei der normalen Grippe werden aber keine Quarantäne- oder Kontrollmassnahmen getroffen, sie hat sich inzwischen auf der ganzen Welt festgesetzt – was man bei Covid-19 genau verhindern will. «Das neue Coronavirus könnte zu einer Langzeitkrankheit werde, die genau wie die Grippe mit dem Menschen koexistiert», sagte Wang Chen, Präsident der China Academy of Medical Science.

4. Wie lange ist die Inkubationszeit?

Es ist bis jetzt nicht ganz klar, wie lange es zwischen der Ansteckung mit dem Virus und den ersten Krankheitssymptomen dauert. Die WHO schätzt die Inkubationstzeit auf 2-10 Tage, die Nationale Gesundheitskommission Chinas auf 10-14 Tage. Die Unsicherheit ist also noch gross.

Es gibt Meldungen aus China, dass das Virus möglicherweise schon vor dem Auftreten von Symptomen weitergegeben werden kann. Wenn das stimmt, wären das schlechte Nachrichten. Eine Übertragung vor dem Auftreten von Symptomen lässt sich nur schwer kontrollieren. Bei Sars war das anders. Da passierte die Übertragung fast ausschliesslich von Menschen mit Symptomen.

5. Gibt es eine Impfung?

Nein, es existiert noch keine Impfung gegen das neue Virus. Einem Team von australischen Wissenschaftern ist aber die Reproduktion des Coronavirus im Labor gelungen. Der Durchbruch kann bei der Entwicklung eines Impfstoffs helfen und dazu beitragen, die globale Ausbreitung der Krankheit zu bekämpfen.

Bei Viren, die sich häufig verändern, ist es besonders schwierig, einen Impfstoff bereitzustellen. Deshalb muss man sich beispielsweise gegen Grippe jedes Jahr neu impfen, weil sich das Grippevirus immer wieder leicht verändert und es ausserdem verschiedene Typen gibt, die kursieren.

Coronavirus unter dem Mikroskop
Kann harmlose Erkältungen, aber auch schwerere Krankheiten verursachen: Das Coronavirus. Foto: Keystone

Mitte Februar einigten sich 400 Experten auf einer Konferenz in Genf, die Suche nach einem Impfstoff zu beschleunigen. In vielen Ländern wird derzeit an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet. Doch wie schnell könnte er einsatzbereit sein? «Ich bin insgesamt sehr sicher, dass wir erste experimentelle Impfstoffe noch dieses Jahr sehen werden», sagt der Virologe Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ob und wann sie an Menschen getestet werden könnten, sei eine andere Sache. «Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess, vor allem die Zulassung und die klinische Prüfung eines Kandidaten.»

Gemeinhin werden für die Entwicklung von Impfstoffen etwa 15 Jahre veranschlagt. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft.

Dennoch kündigen Forscherteams weltweit an, einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickeln zu wollen. Sie setzen vor allem auf biotechnologische Verfahren, die sollen die Zeit verkürzen, um einen Impfstoffkandidaten für die Prüfung in klinischen Studien bereitzustellen. Dabei werden nicht wie üblich die Viren selbst zur Herstellung eines Impfstoffes benötigt, sondern nur deren genetische Information. Die Sequenz des neuen Virus ist seit Wochen bekannt.

6. Wo hat das Virus seinen Ursprung?

Die Epidemie begann vermutlich schon im November in der chinesischen Millionenstadt Wuhan. Im Dezember gab es erste ­Berichte, dass virale Lungenentzündungen dort gehäuft auftreten. Die Behörden meldeten Fälle der neuen Erkrankung rund um den Huanan Seafood Market, der inzwischen geschlossen und desinfiziert worden ist.

Bing Maps

Neben Meeresfrüchten verkaufen die Händler auf diesen Markt auch Fleisch von verschiedenen, teils exotischen Tieren wie Fledermäusen, Koalas, Tausendfüssern, Schlangen und Skorpionen. Wie viele andere Viren hat das neue Coronavirus seinen Ursprung im Tier. Unterschiedlichen Studien zufolge könnten Schlangen oder Fledermäuse die Überträger sein. Auch die Coronaviren Sars und Mers kursierten zunächst in Fledermäusen, sprangen aber über Zwischenwirte auf den Menschen über.

In Wuhan herrscht deswegen der Ausnahmezustand. Die Behörden haben die Millionenmetropole am 23. Januar abgeriegelt, Bewohner dürfen die Stadt nur noch mit Sondergenehmigung verlassen. Der Flughafen, die Bahnhöfe und die Fähren sind für den ausgehenden Verkehr gesperrt worden.

Manuel Battegay, Chefarzt der Klinik Infektiologie & Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, sagt: «Ich las eine Studie, dass alleine in Fledermäusen 500 Coronavirenarten identifiziert wurden. Auch andere Tiere beherbergen Viren. Es ist an uns zu diskutieren, ob von jedem exotischen Tier gegessen werden sollte oder auch jedes exotische Tier als Haustier gehalten werden darf, was die Wahrscheinlichkeit des Übersprungs von Viren auf den Mensch erhöht.»

7. Wie stark hat es sich schon verbreitet?

Von Wuhan breitete sich das neue Coronavirus zuerst in der Provinz Hubei aus, die auch heute noch mit Abstand am stärksten betroffen ist. Die chinesischen Sicherheitsbehörden ergriffen daraufhin drastische Quarantäne-Massnahmen, konnte eine weitere Ausbreitung aber nicht verhindern. Mittlerweile gibt es im ganzen Land Infektionen.

Danach wurde das Virus von reisenden Menschen in andere Länder eingeschleppt. Inzwischen gibt es weltweit über 81’000 bestätigte Fälle und 2764 Tote in 40 Ländern (siehe Weltkarte ganz oben), wobei 99 Prozent davon auf Chinas Festland entfallen.

Auch die Schweizer Nachbarstaaten Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich sind betroffen. Italien ist gar zum grössten Infektionsherd des neuartigen Virus in Europa geworden. Die Behörden haben schon 326 Infizierte gemeldet, elf Menschen sind an der Krankheit gestorben.

8. Was wird unternommen, um die Epidemie einzudämmen?

Anders als bei Sars haben die chinesischen Behörden zwar dieses Mal relativ schnell reagiert und nicht versucht, die Epidemie zu vertuschen. Nicht nur in Wuhan, dem Ursprungsort des Virus, sondern auch in 17 weiteren Städten gelten mittlerweile strikte Bewegungsbeschränkungen, der öffentliche Verkehr wurde gestoppt. Damit sind rund 56 Millionen Menschen praktisch abgeschottet. Die Städte dürfen nur noch mit einer Sondergenehmigung verlassen werden. Alle Kinos, Internetcafés und Märkte wurden geschlossen. Es verkehren keine Busse, Bahnen und Fernbusse mehr. Das öffentliche Leben steht still.

Infektionsmediziner Jeremy Farrar sagt: «Es ist noch möglich, die Epidemie zumindest einzudämmen und so das Schlimmste zu verhindern. Die Massnahmen, die China ergriffen hat, sind drakonisch und extrem. Keiner von uns hat in seinem Leben je so etwas gesehen. Man müsste bis 1918 zur Spanischen Grippe zurückgehen, um ein ähnliches Ausmass an sozialer Kontrolle zu finden, doch selbst da war es wahrscheinlich nicht so drastisch. Aber dieses Vorgehen hat zweifellos die Epidemie ausserhalb Chinas verlangsamt. Das darf man nicht unterschätzen.»

Die Strassen in Wuhan sind wie leergefegt
Brücke über den Yangtze in Wuhan, China
Reuters, Planet Labs

Ein neues Spital zur Isolation von Coronavirus-Erkrankten in Wuhan wurde nach nur zehn Tagen in Bau fertiggestellt. Das Spital «Huoshenshan» («Feuergott Berg») umfasst 1000 Betten. Mehr als 7500 Arbeiter waren an dem Schnellbauprojekt beteiligt. Kurz später wurde ein zweites Spital mit dem Namen «Leishenshan» («Donnergott Berg») mit 1600 Betten eröffnet.

Zur Eindämmung der Epidemie haben viele Flughäfen in China und auch mehrere internationale Flughäfen haben begonnen, Passagiere auf Symptome der Krankheit zu screenen. Denn Wuhan ist ein grosser Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt ist nicht nur ein Zentrum des chinesischen Eisenbahnnetzes, sondern hat auch direkte Verbindungen zu Flughäfen in 60 internationalen Destinationen.

Italien, das aktuell am stärksten betroffene in Europa, hat ebenfalls drastische Massnahmen gegen das Virus ergriffen. Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen, Fussballspiele und andere Grossveranstaltungen wurden abgesagt. Schulen und Universitäten in allen betroffenen Regionen bleiben geschlossen.

9. Wie ist die Situation in der Schweiz?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am 25. Februar 2020 den ersten Fall einer Infektion in der Schweiz bestätigt. Hier informiert das BAG regelmässig über die aktuelle Situation.

Für restriktive Massnahmen wie das Abriegeln von ganzen Städten oder die Schliessung von Grenzen besteht laut den Schweizer Behörden derzeit kein Anlass. Solche Massnahmen gegen eine Epidemie würden erst dann getroffen, wenn es eine solche in der Schweiz gäbe. Das sei bislang nicht der Fall.

Obwohl die Situation unter Kontrolle ist, beschloss die Taskforce bestehend aus Bundes- und Kantonsvertretern zusätzliche Massnahmen. Um der rasanten Ausbreitung des Virus in Italien Rechnung zu tragen, wird es ab sofort zusätzliche Tests geben - auch bei Personen, die normale grippeähnliche Symptome zeigen. Der Fokus liegt dabei auf dem Kanton Tessin, wo täglich zehntausende Arbeitskräfte aus Italien einreisen. Konkret testen die Tessiner Spitäler nun auch schwer erkrankte Personen, die respiratorische Symptome aufweisen, also beispielsweise eine Lungenentzündung.

Die Labors haben in den vergangenen Tagen die Kapazitäten für Tests auf das Coronavirus erheblich erhöht. In der gesamten Schweiz können nun pro Tag bis zu tausend Verdachtsfälle abgeklärt werden.

Die Behörden intensivieren deshalb auch die Information der Bevölkerung. «Am wichtigsten sind Hygienemassnahmen wie das Händewaschen», sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).